Es sind freiwillige Rückkehrer in den Irak, die hier am Flughafen Berlin Tegel auf ihren Flug warten. In ihrer Heimat hatten sie alles aufgegeben für eine bessere Zukunft in Deutschland. Für sie endete der Traum in bitterer Enttäuschung.
O-Ton1:
„Ich habe Geld von Leuten geliehen und hart gearbeitet. Ich bin hergekommen, um eine bessere Zukunft zu haben. Aber hier gibt es kein Leben für mich. Seit acht Monaten warte ich im Camp. Seit über drei Monaten bekommen wir kein Geld.“
Die Flüchtlinge trafen ihre Entscheidung, nach Europa aufzubrechen, oft auf der Grundlage von Gerüchten und bewusst gestreuten Falschinformationen in den sozialen Medien. Schlepper im Ausland verdienen Milliarden mit dem kriminellen Geschäft. Sie wecken falsche Hoffnungen. Sie behaupten zum Beispiel, dass jeder in Deutschland bleiben darf oder ein Auto oder ein ganzes Haus bekommt. Doch das ist falsch!
O-Ton2: Carsten Wieland – Leiter Deutschlandzentrum des Auswärtigen Amtes in Kairo
„Wir müssen im Vorfeld schon klarmachen, dass viele Informationen nicht nur nicht stimmen, sondern interessengeleitete Informationen sind. Dass Schleuser Dinge ins Netz stellen, um mehr Flüchtlinge zu produzieren, um Geld zu verdienen und das ist vielen nicht bewusst.“
Wie anders die Realität aussieht, zeigt sich vor dem Berliner LaGeSo, die Landesbehörde ist die zentrale Meldestelle für Asylbewerber. Die Situation ist angespannt, hunderte von Flüchtlingen warten oft tagelang in der Kälte auf einen Termin, die Mitarbeiter können angesichts der langen Schlangen nicht immer kurzfristig helfen.
O-Ton3:
„Du fragst jemanden: Wo soll ich schlafen, was soll ich machen, du kriegst keine richtige Antwort.“
Seit 2012 ist die Zahl der freiwilligen Rückkehrer stark angestiegen. Etwa 7500 freiwillige Ausreisen im Rahmen von Rückkehrprogrammen gab es 2012, im vergangenen Jahr waren es schon mehr als 37.000. Die Enttäuschung der Geflüchteten ist groß. Sie haben viel Geld verloren, weil sie falschen Informationen aufgesessen sind.
O-Ton4:
„Das Leben im Irak ist besser. Ich rate jedem davon ab nach Deutschland zu kommen, wenn er hier mit einem besseren Leben rechnet.“